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Die Klettgauer Gemeinden Beringen, Gächlingen, Guntmadingen, Hallau, Löhningen, Neunkirch, Oberhallau, Siblingen und Wilchingen haben sich für die Entsorgung ihrer Abwässer zu einem Zweckverband zusammengeschlossen.

Der Verband betreibt die Abwasserreinigungsanlage in Hallau sowie die im untenstehenden Plan eingetragenen Sammelkanäle sowie die dazugehörenden Spezialbauwerke.

Er hat die Aufgabe, die die im Einzugsgebiet des Verbandes anfallenden häuslichen, gewerblichen und industriellen Abwasser zu sammeln und zu reinigen.

Foto ARA Hallau
ARA Hallau heute
Foto ARA Hallau
ARA Hallau geplant 2014
Foto ARA Hallau
ARA Hallau geplant 2014 Modell

1. Die Abwasserreinigungsanlage und Sonderbauwerke

A) Die Abwasserreinigungsanlage
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Hallau steht seit 1976 und somit seit 35 Jahren im Dauereinsatz. Die Anlage ist für den zweifachen Trockenwetteranfall ausgelegt und wurde mit einem konventionellen mechanisch-biologische Reinigungsverfahren erstellt.

Nach einem Zulaufhebewerk durchfliesst das Abwasser einen Grobrechen und Längssandfang und gelangt in eine zweistrassig Vorklärung. Nach der Entfernung der Grobstoffe werden die gelösten Schmutzstoffe in der biologische Stufe gereinigt. Im Belüftungsbecken wird der frei schwebende Belebtschlamm mit Luftsauerstoff versorgt. Im anschliessenden Nachklärbecken setzen sich die Schlammflocken ab und das gereinigte Abwasser wird in den Halbbach eingeleitet.

Der Klärschlamm wird im Faulturm stabilisiert und anschliessend mit einer mechanischen Entwässerungsanlage für die externe Entsorgung in der KBA Hard eingedickt.
Das im Faulturm anfallende Biogas wird in einem Gasmotor verbrannt und erzeugt elektrischen Strom und Abwärme zur Beheizung der eigenen Anlage.

B) Das Kanalnetz
Das Kanalnetz ist überwiegen im Mischsystem erstellt. Das heisst, Schmutzwasser und Regenwasser werden gemeinsam abgeleitet. Das bedingt jeweils an den Dorfausgängen die Erstellung von Regenauslässen mit Regenklärbecken. Hier beginnen die Verbandskanäle, welche für den dreifachen Trockenwetteranfall bei Vollüberbauung bemessen sind. Damit die Abwassermenge bei der Abwasserreinigungsanlage nicht überschritten wird, sind für den heutigen Zustand bei den Regenauslässen Drosselschieber mit automatischer Steuerung eingebaut. Die Verbandskanäle als Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Gemeinden weisen eine Gesamtlänge von ca. 24 km auf. Sie sind alle im freien Gefälle verlegt mit den beiden Ausnahmen Ortsteil Wilchingen und Unterneuhaus, wo die Gegensteigungen mit Hilfe zweier Pumpwerke überwunden werden. Diese arbeiten vollautomatisch und werden via Infranet von der Abwasserreinigungsanlage aus überwacht.

C) Die Regenbecken
Im Verbandsgebiet bestehen 11 Regenbecken, die nach einem einheitlichen Konzept erstellt wurden. Die Regenbecken dienen der teilweisen Speicherung von Regenwasser. Vom ankommenden Mischwasser (Schmutzwasser und Regenwasser), aus dem Zulaufkanal kann nur der dreifache Trockenwetterabfluss zur Abwasserreinigungsanlage weitergeleitet werden. Fliesst bei einem Regen mehr Wasser zu als das Rohr fassen kann, so überfliesst dieses Wasser in das unterirdische Fangbecken. Damit wird der erste und stärkste Schmutzstoss, der vom Abschwemmen der Plätze, Strassen und Kanäle kommt, im Regenbecken aufgefangen. Bei länger anhaltenden oder starken Regenfällen wird das ganze Becken gefüllt. Danach ankommendes Wasser wird über einen Überfall direkt in den Bach geleitet. Zu diesem Zeitpunkt ist das Abwasser jedoch stark verdünnst. Nach Abklingen des Regens wird das Wasser aus dem Regenbecken in den Kanal zur Abwasserreinigungsanlage gepumpt.